Hessen

Gute Kooperation mit DITIB beim Religionsunterricht

Hessen hat als erstes Bundesland den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht eingeführt. Der Kultusminister zeigt sich zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Türkisch-Islamischen Union.

30
06
2016
Symbolbild: Unterricht, Religiosität und Bildungserfolg
Symbolbild: Unterricht, Religiosität und Bildungserfolg © by fileccia auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Der zusammen mit der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) organisierte islamische Religionsunterricht an Hessens Schulen ist nach Einschätzung von Kultusminister Alexander Lorz unproblematisch. „Es gibt keinerlei Versuche einer unbotmäßigen Einflussnahme“, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. „Die Kooperation läuft bis jetzt reibungslos und einwandfrei.“ Der islamische Landesverband sei von einem externen Gutachter als geeigneter Partner eingestuft worden und unabhängig – etwa vom Bundesverband.

„Die beste Garantie für die Qualität des Unterricht ist: Wir nehmen nur unsere eigenen Lehrer. Sie müssen in Deutschland studiert und Examen gemacht haben und natürlich verfass“, sagte Lorz. Der Islam-Unterricht finde zudem auf Deutsch nach staatlichen Curricula statt.

Hessen hat als erstes Bundesland den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht eingeführt. Kooperationspartner ist neben Ditib auch Ahmadiyya. 27 Grundschulen machten zum Start im Schuljahr 2013/2014 mit, inzwischen sind es 46. Damit nehmen rund 2050 Kinder der ersten drei Grundschulklassen an dem Unterricht teil. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Kommt halt drauf an, was da unterrichtet wird, wenn es Erdogans politischer Islam ist, dann wird dadurch die Integration erheblich behindert.
03.07.16
11:33
Ute Fabel sagt:
Der beste Schutz gegen religiös-politische Einflussnahme wäre ein konfessionsübergreifender Religions- und Ethikunterricht. Ein solche Unterrichtsfach würde auch weit integrativer sein, als Kinder nach dem Religionsbekenntnis ihrer Eltern im Unterricht auszusiebbe. Politische Bildung wird ja in Deutschland auch überparteilich unterrichtet und nicht von einzelnen politischen Parteien gestaltet. Eltern, die wollen, dass ihre Kinder religiös aufwachsen, können ihren Nachwuchs ja in der Freizeit in die Jugendorganisationenen der diversen Religionsgemeinschaften schicken. Konfessioneller Religionsunterricht im öffentlichen Schulsystem widerspricht dem Ideal der Trennung von Religionen und Staat, hat dort nichts verloren und gehört abgeschafft. Ein trauriges Relikt aus Zeiten, in welchen es noch keine Religionsfreiheit sondern Staatsreligionen gab.
04.07.16
12:55