Schottland

Kopftuch als Teil der Polizeiuniform

Die schottische Polizei führt das muslimische Kopftuch als optionalen Teil ihrer Uniform ein. So soll es muslimischen Frauen ermöglicht werden, einer Tätigkeit bei der Polizei nachzugehen.

13
06
2016
Symbolbild: Polizist
Symbolbild: Polizist © by Christian Lendl auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Die schottische Polizei führt das muslimische Kopftuch als optionalen Teil ihrer Polizeiuniform ein. Ziel dieses Vorhabens ist es mehr muslimische Frauen dazu zu animieren, eine berufliche Karriere bei der Polizei anzustreben. Dies ist Teil einer betrieblichen „Diversity“-Strategie, um eine größere religiöse und ethnische Vielfalt in der polizeilichen Belegschaft zu bewirken.

Bisher gehören nur 2,6 Prozent der schottischen Polizisten einer Minderheitengruppe an. Ziel ist es jedoch mindestens 4 Prozent der Mitarbeiter mit einem anderen religiösen oder kulturellen Hintergrund zu beschäftigen. Hierfür müssen mindestens 650 neue Mitarbeiter aus einer Minderheitengruppe, wie beispielsweise muslimische Frauen, eingestellt werden.

„Die Polizei Scotland hat sich verpflichtet, mit den lokalen Gemeinden zusammen zu arbeiten, um unterrepräsentierte Minderheitengruppen in der Gesellschaft dabei zu fördern, eine polizeiliche Karriere in Betracht zu ziehen. Hierfür sollen unnötige Barrieren abgeschafft werden. Daher die Überlegung über eine adäquate Offiziersuniform. Das Ergebnis dieser Überlegung ist nun die Einführung einer einheitlichen Hijab-Uniform als Option für muslimische Polizistinnen“, erläutert Peter Blair, Leiter der Abteilung Ressourcenmanagement bei der schottischen Polizei.

Bisher mussten muslimische Polizistinnen explizit um Erlaubnis bitten, wenn sie ein Kopftuch tragen wollten. Eine solche Sondererlaubnis soll nun nicht mehr nötig sein, mit der neuen optionalen Polizeiuniform mit Kopftuch.

„Alles, was die Vielfalt in der Polizei fördert, begrüße ich und ich sehe keinen Grund, warum jemand damit ein Problem haben könnte“, sagte Brian Docherty, Vorsitzender der Scottish Police Federation.

Die „Metropolitan Police“ in London führte bereits vor mehr als zehn Jahren eine einheitliche Hijab-Uniform ein.

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Wenn Kopftücher erlaubt werden, müssten im Sinne der Gleichbehandlung auch alle anderen religiösen oder weltanschaulichen optischen Ausdruckmittel von politisch ganz link bis ganz rechts, von christlich bis atheistisch gestattet werden. Ich halte das für unprofessionell. Die Polizei sollte über den einzelnen Religionen und Weltanschauungen stehen, genauso wie Richter und Staatsanwälte. Das sollte auch durch das optische Erscheinungsbild der Beamten ausgedrückt werden. Es gibt genügend muslimische Frauen, die gar kein Kopftuch tragen wollen oder Verständnis für das Gebot der Trennung von Staat und Religionen haben und es deshalb im Berufsleben bereit sind abzulegen.
13.06.16
13:09
Andreas sagt:
Das könnte auch Vorbild für die deutsche Polizei sein.
13.06.16
16:44
Hassan sagt:
Das Kopftuch ist ein Bekleidungsstil für muslimische Frauen. Warum darf man Kleidungsstücke ablegen aber nicht das Gegenteil tun? Sollen die Menschen etwa wir Roboter sein, völlig frei von Gefühlen und Überzeugungen?
14.06.16
18:15
Ute Fabel sagt:
@Hassan: Ich würde es auch nicht gut finden, wenn Polizisten Abzeichen von politischen Parteien an der Uniform tragen. Die persönliche religiöse und weltanschauliche Gesinnung sollen Polizisten im Dienst natürlich nicht ablegen. Ihre Religion oder politische Überzeugung optisch zur Schau stellen allerdings auch nicht. Deshalb bin ich das Neutralitätsgesetz, wie es in Berlin gilt: Kein Koptuch, keine Kippa, keine Kreuzzeichen, keine Parteiabzeichen.
16.06.16
10:56
Enail sagt:
Wer nimmt die Polizei noch ernst, wenn die jetzt mit Kopftuch daher kommt. Unglaublich, was diese angebliche Religion hier alles installieren möchte. Was hat eine Polizeibehörde mit Religion zu tun. Es ist eine staatliche Ordnungsmacht, für die Religion keine Rolle spielen darf.
20.06.16
1:06
Manuel sagt:
@Hassan: Schon mal was von Säkularismus gehört, aber ich weiß damit haben die Moslems offenbar weltweit ein Problem.
21.06.16
17:36
Enail sagt:
@ Hassan: Gerade viele Muslime geben sich wie Roboter. (Frauen) Seltsamerweise sind es ja nur Frauen, die im Bezug auf Kleigung, sich an die Vorschriften eines Mannes halten. Sie befolgen angebliche Vorschriften eines Gottes, ohne auf die jeweilige Situation einzugehen. Selbst bei 30°, eingehüllt im langen, schwarzen Mantel der bis zum Boden reicht, den Kopf bedeckt, damit ja keine Luft dran kommt, so sehe ich diese Armen einkaufen gehen. Sie tun mir schon richtig leid. Ich würde mich wie ein Gefangener meiner Religion fühlen, wenn ich mich dadurch nicht an die tatsächlichen Begebenheiten anpassen darf. Das nenne ich dann frei von eigenen Gefühlen und eigenem Denken und eigenem Entscheiden, eben wie ein Roboter.
05.07.16
1:01
Mutt sagt:
Islamisierung von Europa. In 100 Jahren gibt's diese Diskussionen eh nicht mehr wenn sie dann in der Mehrheit sind. Europa hat aufgehört seine Werte zu verteidigen.
23.08.16
9:10