Umfrage

Mehrheit der Deutschen für Vollverschleierungs-Verbot

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für ein Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit. Andererseits sind die meisten nicht damit einverstanden, den Bau von Minaretten gesetzlich einzuschränken

23
04
2016
Minarette
Immer wieder Gegenstand von Diskussionen: Minarette © by Evangelisches Schuldekanat Schorndorf/Waiblingen auf Flicker (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für ein Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit. Andererseits sind die meisten nicht damit einverstanden, den Bau von Minaretten gesetzlich einzuschränken, wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das in München erscheinende Magazin „Focus“ ergeben hat. Insgesamt sprachen sich 64 Prozent der Bundesbürger für ein Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Dienst aus. 31 Prozent hielten davon nichts.

Den Bau von Minaretten wolle hingegen nur eine Minderheit von 29 Prozent verbieten, heißt es in der Mitteilung. 56 Prozent der Befragten hielten von einem solchen Vorgehen nichts. TNS Emnid befragte nach eigenen Angaben 1.005 Personen am 18. und 19. April 2016. Die Fragestellungen lauteten: „Soll in Deutschland der Bau von Minaretten verboten werden?“, „Soll in Deutschland die Vollverschleierung von Frauen in der Öffentlichkeit und im öffentlichen Dienst verboten werden?“ Die Antwortmöglichkeiten seien jeweils gewesen: „Ja“, „nein“, „weiß nicht, keine Angabe“. (KNA,iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Ich bin auch für ein Vermummungsverbot in der Öffentlichkeit. Wenn ich in einem Restaurant sitze, würde es mich stören, wenn neben mir jemand mit Burka, einem Motorradhelm mit heruntergezogenem Visier oder einer Strumpfmaske mit bloßen Sehschlitzen sitzt. Es ist auch verständlich, dass es verboten ist, nackt in der Öffentlichkeit herumzulaufen. Für letzteres könnte man meiner Meinung nach wesentlich sogar überzeugendere religiöse Gründe finden (angestrebte Rückkehr in den Garten Eden vor dem Sündenfall) als für religiösen Vermummung. Religionsfreiheit bedeutet nicht Narrenfreiheit. Spielregeln im zwischenmenschlichen Zusammenleben gelten für allen.
26.04.16
8:24
Andreas sagt:
So richtig viele vollverschleierte Frauen habe ich auf deutschen Straßen noch nicht gesehen. Und die wenigen, die ich gesehen habe, waren ganz offensichtlich Touristinnen. Abgesehen davon ist die Vollverschleierung unter Muslimen umstritten. Die Relevanz der Diskussion um Vollverschleierung hält sich also in Grenzen.
26.04.16
12:00
Ute Fabel sagt:
@ Andreas: Wehret den Anfängen! In der Region um Zell am See wimmelt es nur so vor vollverschleierten Frauen aus den Golfstaaten, deren männliche Begleiter sich hingegen häufig in Bermudas in Poloshorts zeigen. Ich war kürzlich am Mont Blanc in Frankreich, wo es auch seit Einführung des Vermummungsverbotes keinen Einbruch bei den arabischen Touristen gegeben hat, die mir sehr willkommen sind. Kniefälle vor mittelalterlichen Dogmen sind also völlig überflüssig. Die Spielregeln der säkularen und demokratischen Gesellschaften werden schließlich gerne akzeptiert.
26.04.16
21:04
Kritika sagt:
L.S. Um eine Religion unsympatisch erscheinen zu lassen und Ablehnung hervorzurufen, reicht es volkommen, provokativ mit einem Kopftuch herum zu laufen. Eine Burkafrau ist offensichtlich die Abscheu, des Gastgeberlandes über ihre Vermummumg egal. Sie sollte lieber zB zu den Saudies gehen, da kann sie den ganzen Tag wie ein schwarzes Gespenst herumlaufen und keiner findet das scheusslich. Aber . . möglicherweise darf sie dort nicht ohne männlichen Begleiter aus dem Haus oder bekommt die Peitsche zu spüren, wenn sie nicht nach dem Pfeifen der Mullas tanzt. So ist der Islam nun einmal. Mann kann eben nicht alles haben. Gruss, Kritika
19.11.16
23:57