Im Kampf gegen den Terrorismus

Innenminister Bouillon für mehr Muslime beim Verfassungsschutz

Der Vorsitzende der Inneministerkonferenz, Bouillon, hat sich für mehr muslimische Fachkräfte im Verfassungsschutz ausgesprochen. So könne man den Terrorismus effektiver bekämpfen.

17
04
2016
Das Bundesministerium des Innern © Cornelius Bartke auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon, hat im Kampf gegen den Terrorismus für einen verstärkten Einsatz von Muslimen im Verfassungsschutz plädiert. „Wir brauchen viel mehr Menschen mit Migrationshintergrund, die für die Polizei und die deutschen Geheimdienste arbeiten“, sagte der CDU-Politiker der „Heilbronner Stimme“ (Freitag). „Der Verfassungsschutz sollte viel mehr Muslime rekrutieren, die als Quellen tätig werden.“

Als Vorbild nannte der saarländische Innenminister den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad. Dieser habe seine Berühmtheit dadurch erlangt, dass er überall bestens vernetzt sei.

Ein Ende der Flüchtlingskrise sieht Bouillon noch nicht gekommen. „Spätestens im Sommer wird die Zahl der Asylanträge und der ins Land kommenden Flüchtlinge wieder steigen“, meinte der Minister. „Es sitzen noch viele Flüchtlinge auf gepackten Koffern, etwa in Libyen.“ Bouillon fügte hinzu: „Und wir sollten nicht vergessen, dass die EU sich gegenüber der Türkei verpflichtet hat, bei sinkenden Flüchtlingszahlen Kontingente aus der Türkei nach Europa zu holen. Das wird die Türkei möglicherweise bald einfordern.“ (dpa, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Die Gleichsetzung von "Menschen mit Migrationshintergrund" mit "Muslimen" halte ich für gewagt. Genauso wie in Deutschland gibt es auch bei den Migranten Menschen, die sehr religiös, wenig religiös oder nicht religiös sind. Außerdem gibt es im Nahen Osten nicht nur Sunniten und Schiiten, sondern auch Aleviten, Jesiden, Zoroaster, koptische Christen oder erklärte Atheisten, wie den saudischen Blogger Raif Badawi, der dafür im Gefängnis sitzt und Peitschenhiebe bekommt.
19.04.16
13:19
Andreas sagt:
@Ute Fabel: Woher haben Sie die Erkenntnis, dass Raif Badawi erklärter Atheist ist? Meines Wissens hat er dem Islam nicht den Rücken gekehrt. Tatsächlich wurde die lediglich in einem saudischen Rechtsgutachten behauptet. Er sitzt nicht dafür im Gefängnis, dass er sich als Atheist geoutet hat, sondern weil er das System in Saudi Arabien kritisiert hat. Begründet wurde das dann damit, dass er vom Glauben abgefallen sei. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass es auch Angehörige anderer Religionen und auch Atheisten in muslimischen Ländern gibt.
20.04.16
15:05
Manuel sagt:
@Andreas: Die dann meistens verfolgt oder diskriminiert weden.
21.04.16
16:06
Enail sagt:
Jetzt möchte ich doch gerne mal erfahren, was unser Verfassungsschutz, oder auch die Polizei oder die Geheimdienste mit Religion zu tun haben. Soweit ich informiert bin, spielt Religion in diesen Institutionen keine Rolle.
29.04.16
0:33