Erzbischof

Dialog mit Islam in Frankreich darf nicht verhärten

Der Vorsitzende der katholischen Französischen Bischofskonferenz fordert, dass sich die Franzosen dem Islam gegenüber nicht verhärten dürfen. Der Weg der Kirche sei der Dialog.

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03
2016
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Die Christen in Frankreich dürfen gegenüber dem Islam nicht verhärten. Das fordert der Vorsitzende der katholischen Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, in einem am Sonntag veröffentlichten Interview im Vorfeld der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Lourdes. Der Weg der Kirche sei der Dialog. Man dürfe nicht in die Falle der Terroristen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ tappen, die die Gesellschaft spalten wollten. Ansonsten spiele man Fundamentalisten aller Lager in die Hände, so der Erzbischof von Marseille.

Zugleich verteidigte er den französischen Primas, Kardinal Philippe Barbarin, gegen jüngste Vorwürfe einer Vertuschung von Missbrauchsfällen. Er wisse, dass Barbarin in seinen Diözesen Moulins und Lyon streng gegen solche Vorfälle eingeschritten sei und stets auf der Seite der Opfer gestanden habe. Dies müsse auch der Kurs der französischen Kirche bleiben.

Zur Haltung gegenüber der rechtspopulistischen Partei Front National (FN) räumte Pontier ein, dass der französische Episkopat nicht mehr mit einer einzigen Stimme spreche. Früher habe der FN nur eine kleine Gruppe Militanter repräsentiert und sei dementsprechend einhellig abgelehnt worden. Heute aber stehe eine wachsende Menge „enttäuschter Franzosen“ hinter der Partei. Daher suchten auch Bischöfe den Dialog mit jenen vielen Menschen, die aber nicht notwendig „die Ideologien von vor 20, 30 Jahren“ teilten. (KNA, iQ)