Weltfrauentag

Muslime gratulieren zum Weltfrauentag

Anlässlich des internationalen Weltfrauentages am 08. März haben Vertreter islamischer Organisationen allen Frauen gratuliert. Sie wünschen sich vor alllem mehr Zusammenhalt und die Achtung der muslimischen Frau.

08
03
2016
Symbolbild: Kopftuchverbot, Lehrerinnen
Symbolbild: Kopftuchverbot, Lehrerinnen © Kashfi Halford auf Flickr, bearbeitet Islami-Q

Anlässlich des internationalen Frauentages hat Hatice Şahin, die Vorsitzende der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) zu „mehr Zusammenhalt“ zwischen allen Frauen ausgerufen. Frauen hätten unterschiedliche Vorstellungen von der eigenen Lebensgestaltung und dies sollte -„nicht nur am 8. März“- im Zentrum stehen. In der Pressemitteilung der IGMG, die gestern veröffentlich wurde, sagt Şahin weiter: „Der Druck, der auf Frauen lastet, in Bezug auf ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihr Auftreten ist enorm. Seit jeher kämpfen Frauen weltweit dafür, dass sie selbstbestimmt über ihre Körper entscheiden können und dieser Kampf dauert bis heute an.“

Vor allem die muslimische Frau werde aufgrund ihres Kopftuchs oftmals Opfer von Diskriminierung, da das Kopftuch nach wie vor als ein Symbol der Unterdrückung gesehen werde. „Indem aber diese Unterdrückung an einem Kleidungsstück – dem Kopftuch – festgemacht wird, wird der Diskurs an den eigentlichen Problemen der Frauen vorbei geführt“, so Şahin.

Auch die islamische Hochschulvereinigung Kaiserslautern (IHV KL) hat den internationalen Weltfrauentag zum Anlass genommen um mit der Fotokampagne #muslimischeFrauenmachenSachen auf das Engagement der muslimischen Frau in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Gestartet sei die Aktion aufgrund dessen, dass „das gegenwärtige Bild über den Islam und besonders über muslimische Frauen (ist) hierzulande nur selten von der persönlichen Begegnung mit Muslimen geprägt (ist) – ungeachtet der Tatsache, dass Muslime in Deutschland schon seit mehreren Jahrzehnten leben. Einen viel größeren Einfluss auf das Bild haben die Medien. Daher möchten auch wir diese nutzen, um das Bild positiv zu prägen.“

Auf ihrer Facebook-Seite werden die porträtierten muslimischen Frauen gezeigt, wobei die Porträtierten keinem bestimmten Typus entsprechen müssen: „Seien es Mütter, Schülerinnen, Studentinnen, Sportlerinnen, Ehrenamtlerinnen, etc. Wir möchten ihre Beiträge zur Gesellschaft festhalten und sie vorstellen, denn Kennenlernen schafft Kenntnis und Verständnis und bewirkt im Idealfall Vertrauen und Veränderung.“ 

Leserkommentare

Manuel sagt:
Wenn man schon von kleinauf eingetrichtert bekommt, man müsse ein Kopftuch tragen, sonst ist man kein sittsame Frau, dann hat das wenig mit Selbstbestimmungsrecht zu tun. Traurig, auf dem Foto tragen von fünf Frauen nur eine kein Kopftuch, ein Zeichen das der islamische Erzkonservativismus weiter auf dem Vormarsch ist.
08.03.16
14:12
Robert sagt:
@Manuel: Was stört dich daran, wenn Frauen sich für das Kopftuch entscheiden? Wo ist da der Schaden für dich? Welches Menschenrecht wird dadurch bei dir eingeschränkt? Wie rechtfertigst du die Einschränkung der Rechts auf freie Religionsausübung für Musliminnen? Freiheitsrechte haben nur eine Grenze da, wo die Freiheitsrechte anderer betroffen sind? Welche Recht wird dir genommen?
10.03.16
10:38
Hajar sagt:
Mündig und selbstbestimmt ist also nur, wer eine bestimmte Kleiderordnung pflegt? Besten Dank.Es gibt nichts neues auf der Welt...
10.03.16
17:12
Manuel sagt:
@Hajar: Mündig und selbstbestimmt ist nur, wer nicht als Kind religiöse Dogmen eingetrichert bekommt, sondern zu einem kritisch-denkenden Menschen erzogen wird. Koransuren auswenig lernen und an jeden Buchstaben von mittelalterlichen Gesetzen hängen gehört da sicher nicht dazu.
10.03.16
20:05
Manuel sagt:
@Robert: Was mich daran stört ist, welches Frauenbild da vermittelt wird, offenbar finden Sie dieses Frauenbild ok, gut Ihre Meinung, ich muss es nicht gut finden und ich wurde zu einem kritischen Menschen erzogen, der nicht mit religiösen Dogmen vollgestopft wurde. Außerdem können Sie sich die Entwicklung in der Islamischen Welt ansehen, seit in der Türkei der Islamismus herrscht, nehmen auch bei uns die Kopftücher zu, in Ägypten beispielsweise trugen bis in den 1990er Jahren die wenigsten Frauen Kopftücher. Ihnen mag ja diese Entwicklung hin zum islamischen Erzkonservativismus gefallen, mir nicht.
10.03.16
20:09
Robert sagt:
@Manuel: Ja und, Sie dürfen ein kritischer Mensch sein und müssen auch nicht das Kopftuch gut finden. Aber Sie sollten sich zurückhalten, anderen Verbote zu erteilen. Da landen Sie nämlich ganz schnell im Dogmatismus. Der mag zwar nicht religiös begründet sein, besser wird er dadurch nicht. Als vermeintlich kritischer Mensch sollten Sie in erster Linie sich selbst und Ihre eigenen Dogmen kritisch hinterfragen, bevor Sie anderen Vorschriften machen wollen.
11.03.16
16:23
Manuel sagt:
@Robert: Und Sie sollten lernen zu akzeptieren, dass Religion ein Privatangelegenheit ist und dem Staat nichts zu diktieren hat.
13.03.16
23:30