Großbritannien

Islamophobia Awards 2016: Donald Trump gewinnt

In London wurden die diesjährigen „Islamophobia Awards“ verliehen. „Geehrt“ wurden die markantesten Islamkritiker des Jahres. Donald Trump bekam als „Islamophobe of the year“ den Hauptpreis des Abends.

07
03
2016
Donald Trump © Gage Skidmore auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.
Donald Trump © Gage Skidmore auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

Die „Islamophobia Awards“ in London ist eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung, bei der die islamkritischsten Personen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Organisiert wird sie von der Non-Profit-Vereinigung Islamic Human Rights Commision (IHRC). Die diesjährige Preisverleihung fand am 5. März statt und wird als satirisch und humoristisch verstanden.

Neben dem Ziel der Unterhaltung möchte die Veranstaltung das Bewusstsein für die steigende antiislamische Diskriminierung und Pauschalisierung stärken, heißt es in der Pressemitteilung der IHRC. Außerdem soll mit der Aktion das klischeehafte Bild des wütenden, ernsten und humorlosen Muslim aus der Welt geschafft werden. „Heute Abend und jedes Jahr an diesem Abend zeigen wir der ganzen Welt, dass wir Sinn für Humor haben“, so Massoud Shadjareh von der IHRC.

In den vier Kategorien, „UK“, „News/Media“, „Film/Book“ und „International“, gab es jeweils vier Nominierte. Den Preis in der Kategorie „UK“ gewann der britische Premierminister David Cameron. Die amerikanische Serie „Homeland“ konnte den Preis in der Kategorie „Film/Book“ für sich ergattern. In der Kategorie „News/Media“ wurde die britische TV-Moderatorin Kay Burley zur Gewinnerin gewählt. Das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ gewann in der Kategorie „International“ und setzte sich unter anderem gegen Tajikistan und Geert Wilders durch. Den Hauptpreis als „Islamophobe of the year“ erhielt Donald Trump.

Die Preisverleihung fand in einer Festhalle statt und wurde von mehreren hundert Gästen besucht. Unterstützend zur Veranstaltung gab es ein großes Gala-Dinner und einen Auftritt des muslimischen Stand-up Comedian Nabil Abdul Rashid.

Leserkommentare

Manuel sagt:
Also es besteht schon noch ein Unterschied zwischen Islamophobie und Islamkritik! Wenn ich die Hadd-Strafen kritisiere, bin ich wohl kaum islamophob!
07.03.16
18:49
Ute Fabel sagt:
Der Begriff "Islamophobie" gefällt mir überhaupt nicht.Ich denke, er dient primär dazu Kriterer des Islam mundtot machen zu wollen. Unter "Phobie" versteht man nämlich eine psychiatriche Störung. Ablehnend gegenüber einer Religion oder Weltanschauung in Teilen oder in ihrer Gesamtheit eingestellt zu sein, kann niemals eine Geisteskrankenheit sein sondern ist die Ausübung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit in einer pluralistischen Gesellschaft. George Orwell war ein überzeugter Antikommunist, Voltaire ein überzeugter Gegner der abrahamitischen Religionen. Die beiden Herren haben damit der intellektuellen Weiterentwicklung der Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen. "Charlie Hebdo" hat sich weit häufiger in ätzender und mutiger Weise mit dem Front National und der katholischen Kirche angelegt als dem Islam. Das Magazin verdient es daher wahrlich nicht gemeinsam mit Donald Trump oder Geert Wilders denselben Schmähpreis verliehen zu bekommen.
08.03.16
9:40
Manuel sagt:
@Ute Fabel: Kleine Richtigstellung, George Orwell war kein Antikommunist, sondern Antistalinist, das sind zwei Paar Schuhe!
08.03.16
10:55
Marianne sagt:
Der Begriff Islamophobie dient einzig dazu, Kritiker zu stigmatisieren und mundtot zu machen. Wer unter einer Phobie leidet, den muss man nicht ernst nehmen mit seiner Kritik, weil er doch krank ist.
08.03.16
17:45
Ute Fabel sagt:
@Manuel: George Orwell war politisch linksorientiert. Allerdings war er meiner Überzeugung nach mehr als ein bloßer Antistalinist. Er hegte große Abneigung gegen vermeintlich heilige Schriften (Marxismus-Leninismus) und angebliche Propheten (Marx, Engels, Lenin), die allein einen besonderen Draht zur Wahrheit haben sollen. Sein Zugang ist daher ebenso wertvoll für die kritische Auseinandersetzung mit anderen dogmatischen Ideologien, seien es Religionen oder nicht religiöse Weltanschauungen.
10.03.16
8:15
Robert sagt:
@Ute Fabel: Das macht George Orwell dennoch nicht zu einem Antikommunisten. Man kann auch Kommunist sein und trotzdem die Erstarrung des Kommunismus zu einem Dogma verurteilen. Das hat Orwell in "Farm der Tiere" und "1984" getan. Damit hat er aber nicht gesagt, dass der Kommunismus schlecht ist. Schlecht ist nicht die Idee eines Gesellschaftsmodells, sei es nun eine Weltanschauung oder eine Religion, sondern was die Menschen daraus machen und wie sie es umsetzen. Das gleiche gilt für heilige Schriften.
10.03.16
10:44
Manuel sagt:
@Ute Fabel: Nicht jeder Kommunist ist gleich Marxist-Lenist sowjetischer Prägung. Orwell war eher Trotzkist, merkt man auch ganz klar bei Animal Farm!
10.03.16
11:46
Marianne sagt:
@Manuel: Trotzkisten stehen nicht im Gegensatz zum Marxismus-Leninismus, sondern zum Stalinismus. Trotzki stand in der Tradition von Marx und Lenin, nicht jedoch von Stalin, dessen Gegner er war. Ob Trotzki damit besser war als Stalin, sei einmal dahingestellt.
11.03.16
16:26
Manuel sagt:
@Marianne: Trotzki war auch Leninist, aber nicht Marxist-Leninist, der ML ist von Stalin nach Lenins tot definiert worden. ML und L sind zwar Paar Schuhe!
13.03.16
23:43