UN-Experte

Religionen sind keine Feinde der Menschenrechte

Ein UN-Experte ist der Meinung. dass Religionen keine Feinde der Menschenrechte per se sind. Auch Muslime und Juden kritisieren den vermeintlichen Krieg zwischen Religionen und Menschenrechten.

17
02
2016
interreligiöses Weltfriedenstreffen
Symbolfoto: interreligiöses Weltfriedenstreffen © by murdelta auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Der UN-Experte Heiner Bielefeldt sieht in den Religionen keine besondere Gefahr für die Menschenrechte. Zwar gebe es auch in deren Namen teilweise „enorme Widerstände“ gegen die Grundrechte, sagte er am Dienstagabend in Berlin. „Es sind aber gerade nicht die weitgehend religionsfreien Zonen in Ostdeutschland, wo die Menschenrechte in Blüte stehen“, betonte Bielefeldt bei einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie.

Bielefeldt ist UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Die Durchsetzung der Menschenrechte verlange jeder Gemeinschaft viel ab, sagte er. Erforderlich sei eine hohe Bereitschaft zu Selbstkritik und Konflikten. So habe die katholische Kirche die Forderung nach Religionsfreiheit noch bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) „scharf zurückgewiesen“. Auch seither habe sie nur eine „partielle Flurbereinigung“ ihrer Positionen zu den Menschenrechten vorgenommen.

Der Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz in der Bundespolitik, Prälat Karl Jüsten, erklärte, auch in beiden umstrittenen Fragen nehme die Kirche das Recht auf Religionsfreiheit in Anspruch. Insgesamt bewertete Jüsten das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland als beispielhaft geregelt. Dazu trage auch die maßvolle gesetzliche Regelung im Falle von Gotteslästerungen bei.

Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, forderte dagegen einen besseren rechtlichen Schutz vor religiös begründeten Beleidigungen. Solche Zuschriften erhalte der Zentralrat immer öfter. Zugleich „fallen sie durch alle Raster der Straftatbestände“, kritisierte Botmann.

Der Vorsitzende des Bundestags-Menschenrechtsausschusses, Michael Brand (CDU), räumte ein, der Straftatbestand der Blasphemie sei häufig ein „stumpfes Schwert“. Auch wenn die Justiz nicht alle Fälle dieser Art lösen könne, sei es wichtig, auch strafrechtlich Grenzen aufzuzeigen. „Religion darf nicht vogelfrei sein“, so Brand.

Der Marburger Islamwissenschaftler Mohammed Khallouk bemängelte ebenfalls einen Missbrauch der Pressefreiheit zur Beleidigung von Religionen. „Wie soll man in solchen Fällen Muslime vom Wert der westlichen Sicht auf die Menschenrechte überzeugen?“, fragte er. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Herr Heiner Bielefeldt, welcher im Artikel bloß als "UN-Experte" vorgestellt wird, ist katholischer Theologe und damit Religionslobbyist, der Schönfärberei betreibt. Ein privates Unternehmen, welches nicht bereit ist, Frauen in Führungspositionen zu bestellen, verletzt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und muss dafür Strafe zahlen. Die katholische Kirche beansprucht sogar den privillegierten Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts in Anspruch und nimmt sich aber gleichzeitig die Freiheit Frauen vom Priester- und Bischofsamt auszuschließen. Damit wird das Menschenrecht auf Gleichstellung von Mann und Frau verletzt. Von wegen Religionen sind vogelfrei! Sie genießen lauter Extrawürste. Eltern, die ihre minderjährigen Kinder tätowieren und piercen, bekommen ein Strafverfahren auf den Hals, wenn an den Genitalien von Kindern herumgeschnipselt wird nennen das die Religionsgemeinschaften Ausübung des Grundrechts auf religiöse Erziehung. In Wahrheit wird damit jedoch des Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt.
17.02.16
12:10
Manuel sagt:
Genau und was ist mit der Scharia? Die Scharia in ihrer Gesamtheit ist nicht mit den Menschenrechten vereinbar!
17.02.16
13:33
Anton Kielmann sagt:
Menschen haben von Geburt an Rechte, die Menschenrechte. Organisationen auch religiöse Organisationen sind keine Menschen sondern bilden einen Zusammenschluss von Individuen und haben deshalb auch keine Menschenrechte. Es ist absurd wenn Religionsgemeinschaften Rechte für sich beanspruchen, die sie ihren eigenen Mitgliedern nicht zugestehen. Körperliche Unversehrtheit, alle Jobs im Verein unabhängig vom Geschlecht zu besetzen, die Freiheit des Einzelnen die Glaubensgemeinschaft zu wechseln oder ganz ohne Glauben zu leben.
17.02.16
21:04
shm sagt:
1.IRRTUM : ALLE Religionen leben und lebten schon immer von der Machtausübung (i.e. Freiheitseinschränkung) über ihre Gläubigen - alle Religionen sind damit ( die einen mehr, die anderen weniger ) Feinde der Freiheit, denn Freiheit bedeutet für sie Machtverlust. 2.IRRTUM : der zitierte Heiner Bielefeldt - wer entscheidet eigentlich über seinen UN-Expertenstatus, vielleicht trifft ja das Adjektiv "selbsternannt" zu ???? 3.IRRTUM: "Religionsfreiheit" bedeutet das Recht seine Religion unbeeinträchtigt und im PRIVATEN auszuüben. Sobald gefordert wird ( auch nur ansatzweise ) auf Rechte, Freiheiten, aber auch Pflichten anderer zu beeinträchtigen sollte über Verbotsverfahren nachgedacht werden. Das gilt für "Wahlwerbung durch Pfarrer" ebenso wie für ein "Burka-Recht" wenn für den Rest der Bevölkerung ein Vermummungsverbot besteht. 4.)IRRTUM : Sonderrechte für Muslime ? KEIN Muslim ist dazu gezwungen (worden) in einem Deutschland mit seinem, für alle gültigen, Grundgesetz zu leben - und (!!!) das Grundgesetz WAR DA - die Muslime, wie alle Zuwanderer, SIND ERST GEKOMMEN !!! Wenn ich ein fremdes Haus betrete (gilt für Deutsche im Ausland genauso) sind die Regeln des Gastgebers für mich verbindlich - nicht meine eigenen und das GG ist nun mal für ALLE in Deutschland Lebenden verbindlicher Masstab - nicht der Koran, die Bibel oder sonst ein Pamphlet einer religiösen oder politischen Gruppe. Der Weg zu Bahnhof oder Flughafen wird niemandem verwehrt, der damit nicht einverstanden ist.
18.02.16
7:43
Moritz sagt:
@Manuel: Was genau steht denn in der Scharia, von der Sie behaupten, sie sei nicht mit den Menschenrechten vereinbar? Wo kann man denn die Scharia nachlesen? An der Charta der Menschenrechte haben im übrigen auch Muslime mitgearbeitet.
19.02.16
15:14
Manuel sagt:
@Moritz: Händeabhacken, Auspeitschen, Steinigen, Hinrichten bei Homosexualität oder Abfall vom Islam sind Ihrer Meinung nach also mit den Menschenrechten vereinbar oder wie? Entschuldigung aber, irgendwas passt da bei Ihnen offenbar nicht mehr.
20.02.16
14:15
rahm sagt:
Und was sagt Manuel zu legaler Prostitution und Frauenhandel. Zur Arroganz des Westens sich in anderen Länder breit zu machen und deren Werte dort aufzuzwingen. Ganze Länder durch Kredite zu versklaven (Bsp. Frankreich) Alkohlkonsum und Partysaufen, beginnend teilweise mit 13, bis der Notarzt kommt. Die Versklavung der Frau durch "sexy" Kleidung. Entziehung Ihrer Würde durch Erzwingung sich durch Stöckelschuhe (der jeden Orthopäden zur Verzweiflung bringt ) und jede erbärmliche Aufmachung , Anerkennung zu verschaffen. Der soziale Verfall durch Homo-Ehen und die daraus resultierende Zerstörung sowohl der Familienbande als auch der Gesellschaft (denkt man allein an die Kinder) Das Arbeiten inkl (und das kennen wir alle!!!) Überstunden, bis das es manch einem mit 45 in die Frührente schickt. Die immer größere Schere zw Arm und Reich, was demnach Diebstahl darstellt...... Dies sind nur ein Bruchteil der Werte des Westens und diese sind alles andere als förderlich bzgl der Menschenrechte........
20.02.16
21:49
Manuel sagt:
@Rahm: Wirklich lustig, wie Sie hier versuchen Ihre erkonservative Sichtweise mit Scheinargumenten zu untermauern. Es passt Ihnen offenbar nicht, dass man Europa, seine Sexualität frei wählen darf und das Frauen nicht herlaufen müssen, wie eingewickelte Mumien. Wenn Ihnen unsere Werte nicht passen, steht es Ihnen frei in ein Land auszuwandern, in dem die Scharia praktiziert wird, wir in Europa brauchen jedenfalls eine auf der Scharia basierende Gesellschaftsordnung nicht. Und nur so nebenbei selbst in der islamfaschistischen Diktatur im Iran, gibt es legale Prostitution, Kurzeitehe, schon mal was gehört davon.
21.02.16
20:17
rahm sagt:
Das ist ja grad das traurige mein Freund. Sogenannte "muslimische" Länder imitieren die Werte des Westens. Das Ergebnis, genau das was du gesagt hast. Sogar bei uns herrscht Prostitution ( wenn auch nur im Bruchteil im Vergleich zum Westen) , meinst du das wäre der Fall wenn die Scharia , zumindest in den "muslimischen" Länder herrschen würde ??? Aber den Iran als Beispiel eines muslimischen Landes herbeizuziehen ist leider völlig daneben gegriffen. Iran hat soviel mit dem Islam zu tun, wie dein geliebtes Europa mit der Sharia ;) Und vergiss eins nicht, dies ist Gottes Erde die Er mir und dir auf Zeit gewährt hat. Daher bewege und lebe ich wo ich will
22.02.16
21:50
Enail sagt:
@ rahm: Ob ich nun den Iran, Ägypten, den Sudan oder Indonesien oder Saudi Arabien nehme, alles islamische Länder, in denen Menschenrechte kaum geachtet werden. Vlcht. imitieren sie die " Werte des Westens". Aber vielleicht halten sie sich auch einfach an den Koran. Sure 4, Vers 24: Und verboten sind euch die ehrbaren Ehefrauen, außer was ihr an Ehefrauen als Sklavinnen besitzt. Dies ist euch von Gott vorgeschrieben. Was darüber hinausgeht, ist euch erlaubt, nämlich daß ihr euch als ehrbare Ehemänner, nicht um Unzucht zu treiben, mit eurem Vermögen sonstige Frauen zu verschaffen sucht. Wenn ihr dann welche von ihnen im ehelichen Verkehr genossen habt, dann gebt ihnen ihren Lohn als Pflichtteil! Es liegt aber für euch keine Sünde darin, wenn ihr, nachdem der Pflichtteil festgelegt ist, darüber hinausgehend ein gegenseitiges Übereinkommen trefft. Gott weiß Bescheid und ist weise. Das ist eine von Mohammed legitimierte Prostitution. Also, schön den Ball flach halten oder einfach mal den Koran lesen.
23.02.16
3:17
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