Freitagspredigten, 08.01.2016

Islam, Keuschheit, gute Sitten

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Den Islam richtig leben

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es darum, wie man den Islam richtig leben kann. Der Islam sei die letzte Religion Allahs. Sie leite die Menschheit auf den rechten Weg. Sie sei vollkommen, ihr fehle nichts. Nichts könne und dürfe ihr hinzugefügt werden. Die Glaubensgrundsätze des Islams seien klar. Selbst der Prophet (s), der von Allah damit beauftragt wurde, diese Religion zu lehren, habe ihr nichts willkürlich hinzugefügt. Alles, was der Prophet (s) getan und gesagt habe, komme von Allah, auch wenn nicht alles als Vers im Koran stehe.

Aus den Koranversen und Hadithen gehe klar und deutlich hervor, dass der Islam nur im Zusammenspiel von Koran und Sunna gelebt werden könne. Das Leben eines Muslims müsse deshalb frei sein von Aberglauben und Bid’a (Erneuerung).

Keuschheit und Scham

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Keuschheit und das Schamgefühl. Keuschheit und Schamgefühl seien zwei Charaktereigenschaften, die der Islam der Menschheit gelehrt habe und deren Aneignung für die Muslime vorsehe.

Keuschheit sei das Sich-Zurückhalten von Verbotenem und das Sich-Hüten vor nicht erlaubten und nicht schönen Worten sowie Handlungen. Das Unwohlfühlen des Egos gegenüber abscheulichen Handlungen und folglich deren Meidung sei das Schamgefühl. Der Scham sei eines der vorrangigsten Werte, die den Menschen zum Menschen machen.

Gute Sitten und gutes Benehmen

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um gute Sitten und gutes Benehmen. Einer, der wisse, wie kostbar die Zeit ist, sogar die flüchtige Sekunde, der könne und solle sie nicht sinnlos vertun. In all seinen Angelegenheiten solle er Ordnung halten und Grundsätze befolgen. Auf keinen Fall solle er Dinge mit halbem Herzen angehen und Unordnung sein Leben bestimmen lassen. Planung und Vorsorge sollen zur Art eines Muslims gehören. Auch müsse man sich darüber im Klaren sein, dass Würde und Besonnenheit von Allah seien, die Eile jedoch vom Teufel.

Um in der Gesellschaft geachtet und respektiert zu werden, solle ein Muslim jede seiner Handlungen wohl überlegen und auf Reinlichkeit und ein gepflegtes Äußeres bedacht sein.

 

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Enail sagt:
"Keuschheit sei das Sich-Zurückhalten von Verbotenem und das Sich-Hüten vor nicht erlaubten und nicht schönen Worten sowie Handlungen. Das Unwohlfühlen des Egos gegenüber abscheulichen Handlungen und folglich deren Meidung sei das Schamgefühl. Der Scham sei eines der vorrangigsten Werte, die den Menschen zum Menschen machen." Schade ist, das dieses sich Zurückhalten von mehr als tausend Muslime in verschiedenen Städten in Deutschland und auch in Österreich und der Schweiz, in der Silvesternacht vergessen haben. Oder waren das alle Ungläubige, so wie die Leute vom IS, die den Koran und seinen Propheten falsch verstanden haben?
11.01.16
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