Buchmesse

Indonesische Autoren werben für vielfältiges Islambild

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse haben indonesische Schriftsteller ein vielfältiges Islamverständnis präsentiert. Der Islam vertrete vorallem zivilisierte Werte.

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2015
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Bücher
Bücher: Eintauchen in eine neue Welt © by Nate Bolt auf flickr.com (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Indonesische Schriftsteller haben auf der Frankfurter Buchmesse für ein vielfältiges Bild des Islam geworben. „Der Islam ist sehr kompatibel mit der Demokratie“, sagte die Autorin Julia Suryakusuma am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Questions of Faith in Islam“ (dt. Glaubensfragen im Islam). Der Koran sei nicht wörtlich aufzufassen, sondern auszulegen.

Suryakusuma stellt in Frankfurt ihr Buch „Julia’s Jihad“ vor. Der Titel solle nicht provozieren, sondern vielmehr darauf aufmerksam machen, dass „Dschihad“ nicht mit Krieg oder Terrorismus gleichbedeutend sei. „Das Wort meint vielmehr das Kämpfen um etwas, beispielsweise gegen negative Einstellungen oder Vorurteile.“ Seit dem 11. September 2001 werde der Islam vielfach mit Terrorismus gleichgesetzt. „Dabei ist der Islam sehr vielfältig.“

Ähnlich äußerte sich Ahmad Tohari, der als einer der bedeutendsten lebenden Autoren Indonesiens gilt. „Der Islam vertritt zivilisierte Werte, und diese möchte ich mit meinen Schriften weitertragen“, erklärte er. Er verstehe sich selbst als „Agent der Zivilisation.“

Indonesien ist in diesem Jahr Ehrengast auf der größten Bücherschau der Welt, die noch bis Sonntag andauert. Unter dem Motto „17.000 Inseln der Imagination“ vertreten rund 70 Autoren das südostasiatische Land, dessen Bevölkerung sich zu etwa 88 Prozent zum Islam bekennt. Religion und auch die Meinungsfreiheit spielen auf der Messe eine zentrale Rolle. (KNA/iQ)