Freitagspredigten, 02.10.2015

Aufrichtigkeit, Gebet, Rechte des Nachbarn

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Aufrichtigkeit

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um Aufrichtigkeit. In  täglichen Gebeten spreche der Muslim vierzig Mal am Tag „Ihdinas sirât al-mustakîm“, „Leite uns den rechten Pfad“. Freilich reiche es nicht aus, ein Duâ nur zu sprechen. Man müsse auch danach handeln, ohne auch nur einen Hauch vom rechten Weg abzuweichen. So könne man hoffen, dass Allah die Gebete erhört. Aufrichtig sein bedeute, gehorsam gegenüber Allah zu sein, sich von Sünden fernzuhalten und dem Tawhîd zu folgen.

Für Abû Bakr (r) bedeute Aufrichtigkeit „Allah nichts beizugesellen“. Umar (r) habe gesagt: „Aufrecht zu sein heißt, gemäß den göttlichen Geboten und Verboten zu leben, nicht abzuweichen von der Linie, die Allah vorgezeichnet hat, und sich nicht zu verhalten, wie es die Schlangen tun.“ Usman (r) habe die Aufrichtigkeit so beschrieben: „In allen Handlungen nur auf Ihlâs aus zu sein“. Für Ali (r) sei sie die „Umsetzung der religiösen Pflichten“. Aufrichtigkeit bedeute also, im Îmân, in den Ibâdas und im Denken und Handeln aufrecht zu sein.

Die Bedeutung des Gebets in der Gemeinschaft

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Bedeutung, das Gebet in Gemeinschaft zu verrichten. Die Moscheen seien nicht Orte, die Menschen trennen und Grenzen zwischen ihnen setzen, sondern sie seien Orte, die Menschen zusammen bringen und wo die gekränkten Herzen Heilung finden. In den Moscheen sei der Gottesdienst nur Allah gegenüber verrichtet. Man komme mit den schönen und reinen Kleidungen hin. Es werde auf die Sauberkeit der Moscheen geachtet. So wie die Lunge das Blut reinigt, reinige die Moschee die Gläubigen von ihren Sünden.

Der Prophet (s) habe großen Wert auf das gemeinschaftliche Verrichten des Gebets gelegt. Während seines ganzen Lebens habe er vor der Gemeinde vorgebetet. Als er erkrankte, habe er sich nicht davon ferngehalten, beim Gemeinschaftsgebet hinter Abû Bakr (r) zu beten und er habe sogar während des Krieges das Gebet in Gemeinschaft nicht ausgesetzt.

Das Recht des Nachbarn

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um das Recht des Nachbarn. Ein gutes Zusammenleben mit Nachbarn sei in der heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung. Im Islam besitze das Recht des Nachbarn einen sehr hohen Stellenwert. So wie es unabdingbar sei, innerhalb der Familie gut miteinander auszukommen, so sei es verpflichtend für Muslime,sich mit den Nachbarn gut zu verstehen und gegenseitig zu helfen.

Der Islam sei eine Kultur der Höflichkeit, der Großzügigkeit und der Feinfühligkeit. Bei Empfang und Bewirtung der Gäste solle man die Regeln der Höflichkeit und der Sauberkeit beachten. Wer auch immer ein Haus oder ein Gebetshaus betritt, verdiene es, mit einem Lächeln im Gesicht empfangen zu werden. Gäste, die einen besuchen, solle man mit Toleranz und Entgegenkommen behandeln.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.