Freitagspredigten, 04.09.2015

Sünden, Hadsch, Kurban

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Sünden im Verborgenen

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um Sünden. Ein Gläubiger mit Takwa (Gottesfurcht) sei sich dessen bewusst, dass Allah ihn in jedem Augenblick sehe. Er glaube daran, dass er sich für alles, was er offen oder heimlich tut, eines Tages verantworten müsse. Es sei undenkbar, dass ein solcher Gläubiger sich so verhalte, dass Allah mit ihm unzufrieden ist.

Muslime dürften nicht vergessen, dass jede sündhafte Handlung und Aussage eine Reihe von Eigenschaften aufweise, die den Menschen von Allah fernhalte oder ihn Allah sogar vergessen lassen. Sünden würden also den Menschen also achtlos werden lassen. Das Verbotene werde mit dem Erlaubten vermischt. Das Herz derjenigen, die auf ihren Sünden beharren, verhärte sich. Ihre Sensibilität gegenüber den religiösen Pflichten werde schwach, und schließlich würden sie einen Punkt erreichen, an dem sie Allah und das Jenseits vergessen.

Von der Pilgerreise zur Reise zur Wahrheit

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Pilgerfahrt. Sie sei der Inbegriff, worin sich die Absicht zum Entschluss, und der Entschluss sich zur Handlung transformieren. Der Hadsch sei eine Sammelstelle der Symbole wie das Pilgergewand, die Talbiya, die Gebietsgrenze (Miqat), der Tawaf, der Sa´y, die Waqfa und das Opfer. Eine im Bewusstsein der Bedeutungen dieser Symbole und des Begreifens ihrer Weisheiten durchgeführte Hadsch verändere und erneuere den Menschen von Grund auf.

Eine entsprechend den Bedingungen von jeglichem Bösen fern bleibend ausgeführte Hadsch läutere den Gläubigen von seinen Sünden. Nach der Aussage des Propheten sei das Paradies der Gegenlohn dieser Pilgerfahrt. Der Hadsch sei im wahrsten Sinne des Wortes die Hingabe an Allah, dem Herren der Welten und Widmung seiner selbst als hingebender und loyaler Diener an Allah.

Über die Wichtigkeit von Kurban

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Wichtigkeit des Kurban. Jeder Gottesdienst berge unzählige Weisheiten in sich, habe materielle sowie spirituelle Vorteile zu bieten. Aber trotzdem vollziehen wir man den Gottesdienst weil sie Gebote Allahs seien.

İmam-ı Azam Ebu Hanife, der Begründer der hanefitischen Rechtsschule habe die Opferung zu Kurban-Bayram für vacib, also zur Pflicht erklärt. Wer zusätzlich finanziell die Möglichkeit dazu habe, für den sei es mendub auch ein Tier für den Propheten zu opfern.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Manfred Spieß sagt:
Mir stellt sich die Frage, ob die Imame in de Freitagspredigten auch selbst geschriebene Predigten vortragen dürfen. Über eine Antwort würde ich mich freuen.
04.09.15
16:26
Esra Lale sagt:
Lieber Herr Spieß, selbstverständlich dürfen Imame auch ihre selbstverfassten Hutbas vortragen. Es ist oft sogar die Regel. Je nach Dachverband werden aber auch Predigten wöchentlich von der jeweiligen Zentrale vorbereitet, um ein gemeinsames Anliegen der Religionsgemeinschaft zur Sprache zu bringen. Aber auch dann obliegt es den Imamen, das Thema und die enthaltenen Botschaften den lokalen Gegebenheiten anzupassen und sprachlich angemessen zu vermitteln. Ihre IslamiQ-Redaktion
07.09.15
12:31