USA

Geplanter Anschlag: keine Empörung

Ein US-Pastor plant einen Anschlag auf amerikanische Muslime. Obwohl der Fall schon einige Wochen her ist, bleibt die Empörung immer noch aus.

21
05
2015
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Mit Macheten, Sturmgewehren und Molotowcocktails will ein Pastor aus den USA viele Muslime töten und religiöses Eigentum zerstören. Glücklicherweise fliegen seine Pläne auf und er wird vom FBI verhaftet. Ein Skandal: der Mann wird nach einem Geständnis mit einer Fußfessel freigelassen – gegen eine Kaution von 30 000 Dollar. Der eigentliche Skandal: es wird nicht darüber berichtet.

Dabei ist der Mann kein Unbekannter. Robert Doggart hat eins in der US Navy gedient und hat sowohl einen Master-, als auch einen Doktortitel und ist Pastor der „Christian National Church“. Er habe, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, im November 2014 als unabhängiger Kandidat in Tennessee für das US-Repräsentantenhaus kandidiert und erhielt sechs Prozent der Stimmen.

Kritik an der fehlenden Empörung

Bevor ihn das FBI am 10. April verhaftete, hatte Doggart auf Facebook geschrieben:“Wir sollen Krieger sein, die den Feinden unserer Nation und des Weltfriedens große Opferzahlen zufügen. Diese Leute sollen getötet und ihre Häuser niedergebrannt werden.“

Die Organisation „The Muslims of America“ kritisiert das Vorgehen der Polizei und der Medien. Bisher haben nur wenige Medien über den Fall berichtet und auch das FBI und die Staatsanwaltschaft haben keine Pressemitteilung veröffentlicht.

In Deutschland konnte der Fall dank der Süddeutschen Zeitung und dem Journalisten Matthias Kolb in die Öffentlichkeit geraten. Anschließend berichteten Medien wie die Islamische Zeitung über den Fall.