Groß-Britannien

40 Jahre Haft für islamfeindlichen Terroristen

In Groß-Britannien wurde ein Student zu 40 Jahren Haft verurteilt wegen einem Mord an einem Muslim und drei Anschlägen auf Moscheen. Der Ukrainer war erst vor Kurzem eingereist. Der Richter sprach von einer abscheulichen Tat.

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Er zeigte keine Reue, kein Zeichen von Bedauern. Pavlo Lapshyn, 25 Jahre alt, weiß, Rassist, kam erst im April aus der Ukraine nach Groß-Britannien. Lapshyn hatte einen Preis gewonnen, um seine Forschungen für seine Doktorarbeit in Groß-Britannien fortzuführen. Doch bereits wenige Tage nach seiner Ankunft ermordete der Terrorist einen 82 Jahre alten Muslim brutal auf offener Straße. Drei Bombenanschläge auf Moscheen folgten, ehe die Polizei den Terroristen festnehmen konnte.

Wie der britische Guardian berichtet, wurde Lapshyn zu 40 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil verkündete Richter Sweeney. Lapshyn hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er wollte eine „ethnische Säuberung der Muslime“ erreichen. Seine Ziele waren rassistische Unruhen und die Vertreibung von Muslimen.

Mord mit Plan

Die Ermittlungen der Polizei deckten auf: Nur einen Tag nach seiner Ankunft in Birmingham, schaute sich der Mörder Videos auf rechtsextremen russischen Websites an. Die meisten von ihnen waren Treffpunkte für ehemalige Straftäter, darunter auch Mörder und Rassisten. Einen Tag später fotografiert sich Lapshyn mit einem Buffalo River Jagdmesser in seinem Schlafzimmer. Drei Tage später nimmt er dieses Messer mit auf die Straße, „mit der Absicht einen Muslim zu finden und zu ermorden“, erklärt Richter Sweeney, indem er Lapshyn zitiert.

Sein Opfer: Mohammed Saleem, 82 Jahre alt und gerade auf dem Weg zurück nach Hause. Er kam von der örtlichen Moschee. Er war auf die Hilfe eines Gehstocks angewiesen. Er war Großvater von 23 Kindern.

Anschläge auf Moscheen

Drei Anschläge auf Moscheen in den Midlands gibt Lapshyn bei seiner Vernehmung zu. Fotos und Videos, die von den Ermittlern gefunden wurden, zeigen Lapshyn, wie er mit Bomben herumexperimentiert, bevor er nach Groß-Britannien kommt. Der Terrorist hat sich Ziele für Anschläge ausgeguckt, um seine gebastelten Bomben zu platzieren.

Er platziert Bomben an der Moschee von Walsall und Wolverhampton im Juni des Jahres. Sie gehen hoch, richten aber glücklicherweise nur Sachschaden an. Sein letzter Angriff erfolgt auf eine Moschee in Tipton. Die Bombe dort war mit Nägeln angereichert und sollte die Gläubigen beim Freitagsgebet töten. Knapp 300 Gläubige entkommen nur per Zufall dem Anschlag. Die Moschee hatte die Gebetszeit um eine Stunde zurückgesetzt.

Einzeltäter?

Lapshyn agierte Polizeiangaben zufolge allein, jedenfalls habe man keinen Zusammenhang zu örtlichen Aktivitäten der rechtsextremen Bewegungen oder zur European Defence League feststellen können. Es scheine sich bei Lapshyn um einen so genannten „selbst radikalisierten“ Extremisten zu handeln – ein sogenannter „Einsamer Wolf“. Die Ermittler fanden auf seinem Computer extremistisches Material – darunter auch ein Videospiel, dass sich „Ethnische Säuberung“ nennt und rassistische Gewalt zelebriert.

Der Muslim Council of Britain erklärt zur Tat: „Es wird Menschen geben, die diese Taten als die Taten eines einsamen Wolfes bezeichnen werden. Aber in einem Sommer, in dem ein rasanter Anstieg von Angriffen auf Moscheen und islamische Institutionen registriert wurden, ist es für uns alle wichtig, sich gegen Islamfeindlichkeit und Hass zu stellen, genauso wie wir uns gegen jene stellen, die fälschlich den Islam benutzen, um ihre Gewalt zu legitimieren.“

Familie fälschlich unter Verdacht

Einen Bock hatte die Polizei geschossen, als sie aufgrund einer Zeugenaussage den Sohn von Saleem festgenommen und verhört hatte. Die Ermittler waren von seiner Schuld überzeugt. Sie ließen die Vorwürfe gegen ihn erst fallen, nachdem der wahre Täter gefunden wurde. Mittlerweile hat man sich beim Sohn entschuldigt.

Die Tochter des Ermordeten, Shazia Saleem, erklärte zum Mord an ihrem Vater: „Der Mörder hat nicht nur unseren Verstand auf alle mögliche emotionale Art beschädigt. Mein Vater starb nicht wegen seines hohen Alters oder Krankheit: Er starb, weil er von einem Feigling hinterrücks erstochen wurde.“

In Anwesenheit der Familie des getöteten Saleem, sagte Richter Sweeney bei der Urteilsbegründung: „Sie waren von religiösem und rassistischen Hass durchdrungen und wollten mit ihren Aktionen Rassenunruhen hervorrufen und Muslime dazu zwingen, den Ort zu verlassen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben. Solche Aktionen, Hass und Ansichten sind abscheulich für alle richtig denkenden Menschen und haben keinen Platz in unserer multi-kulturellen und multi-gläubigen Gesellschaft.“